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Sonnenallergie

Sonnenallergie

Was versteht man unter einer Sonnenallergie, und wie äußert sie sich?

Eine echte Allergie ist eine Sonnenallergie in den meisten Fällen nicht, der Begriff wird umgangssprachlich für unterschiedliche Erkrankungen verwendet. Immer jedoch spielt das Sonnenlicht eine wesentliche Rolle, genauer der UV-Anteil des Lichts.
Am häufigsten ist die polymorphe Lichtdermatose, auch Sonnenekzem genannt. In Mitteleuropa ist das Sonnenekzem weitverbreitet. Es kann in jedem Alter auftreten, kommt aber vor allem bei Kindern und jungen Erwachsenen vor, bei Frauen häufiger als bei Männern. Die genauen Ursachen sind noch nicht hinreichend geklärt.
Typischerweise tritt eine polymorphe Lichtdermatose immer dann auf, wenn die Haut nach längerer Sonnenabstinenz eine ungewohnt hohe Dosis Sonnenstrahlen abbekommt. Das kann zum Beispiel nach einem langen Spaziergang in der ersten Frühlingssonne oder zu Beginn eines Strandurlaubs im Süden der Fall sein. Stunden oder wenige Tage später bilden sich an den Hautstellen, die der Sonne ausgesetzt waren, stark juckende rote Flecken. Häufig sind Schultern, Dekolleté, Gesicht und Arme betroffen. Anschließend entstehen daraus Knötchen oder Bläschen. Die Hautveränderungen können sich individuell stark unterscheiden, haben beim jeweiligen Patienten aber immer wieder ein sehr ähnliches Erscheinungsbild.

Eine weitere Lichtdermatose ist beispielsweise die phototoxische Dermatitis. Dabei kommt es zu einer chemischen Reaktion (nicht allergisch) zwischen dem Sonnenlicht und einem bestimmten Stoff im Körper, zum Beispiel einem Medikament, einer Hautcreme oder einem Farbstoff, zu dem man Kontakt hatte.
Auch verschiedene Medikamente können eine phototoxische Reaktion begünstigen, beispielsweise bestimmte Antibiotika, einige harntreibende Medikamente wie Furosemid oder Hydrochlorothiazid, außerdem Herzmedikamente wie Amiodaron. Es gibt noch eine ganze Reihe weiterer Arzneimittel, die mit einer phototoxischen Reaktion in Verbindung gebracht werden. Oft informiert der Beipackzettel über entsprechende Risiken. Darüber hinaus kann auch Hautkontakt zu Pflanzen, etwa Wiesengräsern (Furocumarine), zu einer Lichtdermatose führen.

Bei der photoallergischen Dermatose, die sehr viel seltener ist, handelt es sich tatsächlich um eine Allergie. Sie wird in der Regel von dem Zusammentreffen von UV-Strahlen (zum Beispiel im Solarium) mit einem bestimmten Stoff im Körper ausgelöst.
Der Unterschied zwischen einer phototoxischen und einer photoallergischen Reaktion ist nicht immer sicher möglich, die Krankheiten können auch nebeneinander vorkommen.

Was ist eine Mallorca-Akne?

Bei der sogenannten Mallorca-Akne (Sommer-Akne) bilden sich ebenfalls juckende Pickelchen oder Knötchen auf Hautstellen, die der Sonne ausgesetzt waren. Die Hautveränderungen erinnern ein wenig an eine Akne, daher die Bezeichnung. Zu der Hautreaktion kommt es in Verbindung mit fetthaltigen Cremes, meist sind es Sonnenschutzmittel. Wer zu Sommer-Akne neigt, sollte seine Haut gut vor der Sonne schützen, allerdings mit fettfreien Lichtschutzpräparaten; am besten lässt man sich in der Apotheke beraten. Empfehlenswert sind spezielle Präparate, oft auf Gelbasis.

Wer ist besonders anfällig für eine Sonnenallergie?

Hellhäutigkeit an sich ist noch kein grundsätzliches Risiko für Lichtdermatosen. Ausschlaggebend für vermehrt lichtempfindliche Haut sind Veranlagung, Immunvorgänge, Hormone und weitere, noch unbekannte Faktoren. Eine wichtige Rolle spielen offenbar Stoffe, die sensibilisierend wirken (Farbstoffe, Arzneimittel, Wiesengräser). Auch Pflegeprodukte und Parfüms können die Haut lichtempfindlich machen.

Wie wird eine Sonnenallergie behandelt?

Eine polymorphe Lichtdermatose kann jahrelang immer wieder auftreten, oft geht sie aber auch im Lauf der Zeit von selbst zurück. Sind die Beschwerden stark, empfiehlt der Arzt eventuell entzündungshemmende Cremes oder Lotionen gegen die akuten Symptome.
Andere Lichtdermatosen sind häufig deutlich komplexer und brauchen zwingend ärztliche Behandlung. Behandlungsmethoden sind beispielsweise Lichttherapien in einer Hautklinik, Medikamente wie Antihistaminika, Kortison oder ein Anti-IgE-Antikörper, eventuell auch eine spezielle Blutwäsche (Plasmapherese).

Wie schützt man lichtempfindliche Haut am besten?

Wichtig ist vor allem ein guter Sonnenschutz, zum Beispiel durch Kleidung (Hüte, Tücher etc.) und Lichtschutzmittel. Sonnencremes sollten genau auf eventuelle Hautreaktionen in der Sonne abgestimmt sein (zum Beispiel fettfreie Gele bei einer sogenannten Mallorca- oder Sommer-Akne). Wer schon häufiger an einem Sonnenekzem gelitten hat, sollte darauf achten, seine Haut nicht zu plötzlich intensiver Sonne auszusetzen. Eine allmähliche Sonnengewöhnung bereitet die Haut auf die sonnenintensivere Zeit vor. Auf diese Weise lässt sich ein Ausbruch der polymorphen Lichtdermatose deutlich mildern oder sogar verhindern.

Quelle: Wort und Bild Verlag
Bild: PlainpictureGmbH/ Stephen Shepherd

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