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Was hilft bei Spannungskopfschmerzen?

Was hilft bei Spannungskopfschmerzen?

Was sind Spannungskopfschmerzen?

Wer über Kopfschmerzen klagt, leidet meist unter Spannungskopfschmerzen. Sie zählen zu den primären Kopfschmerzen. Denn es handelt sich, wie auch bei Migräne und Clusterkopfschmerz, um eine eigenständige Erkrankung. Im Gegensatz zu sekundären Kopfschmerzen, die als Symptome von anderen Krankheiten auftreten, z. B. bei Kopfverletzungen, Infektionskrankheiten oder Gefäßerkrankungen.

Welche Symptome haben Spannungskopfschmerzen?

Die Spannungskopfschmerzen machen sich durch einen drückenden, wellenartigen Schmerz auf beiden Seiten bemerkbar. Für Betroffene fühlt es sich an, als ob sie einen zu engen Helm tragen und der Kopf eingezwängt ist. An der Stirn und im Nacken ist der Druck besonders hoch. In der Regel sind die Kopfschmerzen leicht bis mittelschwer ausgeprägt, sie können die Lebensqualität aber erheblich beeinträchtigen.

Typischerweise dauern Spannungskopfschmerzen zwischen 30 Minuten und einer Woche. Laut der Internationalen Kopfschmerzgesellschaft verläuft die Schmerzattacke im Gegensatz zur Migräne ohne Übelkeit oder Erbrechen. Manchmal kommt es auch zu Symptomen wie Geräusch- oder Lichtempfindlichkeit. Körperliche Aktivität ist noch möglich, kann die Beschwerden sogar verbessern.

Formen der Spannungskopfschmerzen

In der Diagnostik unterscheidet man drei unterschiedliche Verlaufsformen:

  • Seltener und vorübergehend (episodisch): Kopfschmerzen an weniger als einem Tag pro Monat.
  • Häufig und vorübergehend (episodisch): Kopfschmerzen an mehr als einem, aber weniger als 15 Tagen pro Monat über mindestens drei Monate hinweg.
  • Anhaltender (chronischer) Kopfschmerz vom Spannungstyp: an mindestens 15 Tagen pro Monat über mindestens drei Monate hinweg.

Ursache von Spannungskopfschmerzen

Wie genau Spannungskopfschmerzen entstehen, ist nicht endgültig geklärt. Verspannte Muskeln haben nichts mit der Schmerzproblematik zu tun. Wissenschaftler vermuten, dass diese häufigen schmerzhaften Wahrnehmungen bestimmte Gehirnregionen verändern, die an der Schmerzverarbeitung beteiligt sind. So sinkt die Schwelle, ab der ein Reiz als Schmerz wahrgenommen wird. Dies ist vor allem bei der chronischen Form der Fall.

Auslöser kann auch körperlicher und seelischer Stress sein. Auf die Überlastung reagiert der Körper dann mit Schmerz. Aufgrund der familiären Häufung scheint eine erbliche Veranlagung wahrscheinlich. Bei der Diagnostik von chronischem Spannungskopfschmerz sollten auch eventuelle psychische Beschwerden berücksichtigt werden. Er tritt gehäuft bei Patienten mit einer Panikerkrankung, Angststörungen, depressiven Symptomen oder Schlafstörungen auf.

Wann ist ein Arztbesuch nötig?

Während Betroffene wegen eines episodischen Spannungskopfschmerzes kaum zum Arzt gehen, kann die chronische Variante sehr beeinträchtigend sein. Treten die Kopfschmerzen häufig und heftig auf, sollten sie ärztlich untersucht werden. Ebenso, wenn weitere Symptome hinzukommen wie Schwindel, Fieber, hoher Blutdruck oder neurologische Ausfallerscheinungen.
Zudem können sich symptomatische Kopfschmerzen dahinter verbergen, sodass meist eine apparative Diagnostik, wie zum Beispiel ein MRT oder CT des Schädels, notwendig ist.

Welche Mittel helfen?

  • Schmerzmittel wie Acetylsalicylsäure, Paracetamol, Ibuprofen, Naproxen oder das verschreibungspflichtige Metamizol können bei akuten Spannungskopfschmerzen helfen.
  • Auch Mischpräparate, die Schmerzmittel und Koffein zur Verstärkung der Wirkung enthalten, können beim akuten Spannungskopfschmerz eingesetzt werden.
  • Manchen Betroffenen hilft es, großflächig Pfefferminzöl auf Schläfe und Nacken aufzutragen. Doch Vorsicht: das Öl nicht an oder in die Augen bringen.
  • Personen mit häufigen Spannungskopfschmerzen sollten sich unbedingt vom Arzt beraten lassen. Wie bei anderen primären Kopfschmerzen kann es sonst bei zu häufiger Anwendung von Akutschmerzmitteln zu Kopfschmerzen kommen, die durch die unkontrollierte Schmerzmitteleinnahme verursacht sind. Daher sollten Patienten mit häufigen oder chronischen Spannungskopfschmerzen diese Arzneimittel maximal an zehn Tagen pro Monat und nicht länger als drei Tage in Folge einnehmen.
  • Bei chronischen Spannungskopfschmerzen können auch Entspannungsübungen (zum Beispiel progressive Muskelentspannung nach Jacobson), Ausdauertraining (wie Joggen, Schwimmen oder Radfahren) sowie andere Maßnahmen zur Stressbewältigung helfen. Gerade auch bei Kindern sind nicht-medikamentöse Maßnahmen wichtig.
  • Unter bestimmten Voraussetzungen kommen zur Vorbeugung von häufigen Spannungskopfschmerzen auch Antidepressiva wie Amitriptylin infrage. Diese können eventuell chronische Schmerzerkrankungen günstig beeinflussen. Je nach Diagnose wird die Ärztin oder der Arzt entscheiden, welche Therapie am besten ist.

Quelle: Wort und Bild Verlag
Bild: istock/ Dkart

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