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Hausapotheke für Kinder: Das gehört hinein

Hausapotheke für Kinder: Das gehört hinein

Bei Kratzern, Schürf- oder Schnittwunden

Bunte Pflasterstrips mit lustigen Motiven lenken vom Schmerz ab und sind ideal zum Vorzeigen. So ist das Malheur schneller vergessen. Verbandmaterial gibt es ebenfalls in fröhlichen Farben. Zudem brauchen Sie eine Schere und eine Pinzette, um kleine, oberflächliche Fremdkörper zu entfernen. Einen Splitter, der tief eingedrungen ist, oder Ähnliches muss der Arzt herausziehen. Wund- und Heilsalbe gibt es nicht speziell für Kinder. Fragen Sie in der Apotheke nach einer geeigneten Zusammensetzung. Achtung: Bei Verletzungen, die von Stürzen herrühren, sollte ein Besuch beim Arzt oder im Krankenhaus erwogen werden – womöglich liegt ein Bruch oder eine andere Komplikation vor.

Bei Schmerzen und Fieber

Hier helfen beispielsweise Ibuprofen oder Paracetamol. Erwachsene nehmen die Medikamente in der Regel in Tablettenform ein – für Kinder gibt es sie als Saft oder Zäpfchen. Auf jeden Fall sollten sie in altersgemäßer Dosierung verabreicht werden. Beachten Sie dazu die Packungsbeilage. Zum Temperaturmessen sollte immer ein Fieberthermometer parat sein. Die Technik entwickelt sich immer weiter, so gibt es praktische Stirn- und Ohrthermometer. Doch Kinderärzte weisen darauf hin, dass die rektale Messung, also am Darmausgang, mit einem digitalen Fieberthermometer immer noch am exaktesten ist.

Fieber bei Kindern sollte man nicht auf die leichte Schulter nehmen: Bei einer Körpertemperatur ab 38 °C besser bald den Kinderarzt hinzuziehen. Das gilt auch, wenn der kleine Patient zudem wiederholt erbricht, heftige Bauchschmerzen, Durchfall oder starke Kopfschmerzen hat. In der Nacht, am Wochenende und an Feiertagen steht bei Erkrankungen, die nicht lebensbedrohlich sind, der ärztliche Bereitschaftsdienst zur Verfügung unter der Rufnummer 116 117 (deutschlandweit, ohne Vorwahl, kostenlos im Festnetz und per Handy). Bei Anzeichen von Atemnot oder einem Fieberkrampf rufen Sie den Notarzt (112).

Bei Durchfall und Erbrechen

Wenn das Kind erbricht oder Durchfall hat, ist die Versorgung mit Flüssigkeit wichtig. Bieten Sie Fenchel- oder Kamillentee an. Er sollte nicht wärmer sein als Zimmertemperatur. Um den Verlust von Mineralstoffen auszugleichen, gibt es fertige Elektrolytmischungen, die aber nur kurzfristig eingesetzt werden sollten. Bei Blähungen und Bauchweh hilft ein Anis-Fenchel-Kümmel-Tee. Je kleiner das Kind, desto größer die Gefahr einer lebensbedrohlichen Austrocknung infolge des Magen-Darm-Infekts. Ziehen Sie frühzeitig den Arzt hinzu.

Bei Verdacht auf verschluckte Giftstoffe: Oft können Kinder nicht genau sagen, was sie verschluckt haben. Alarmieren Sie den Notarzt (112). Wenn er es empfiehlt, können Sie Aktivkohle geben, aufgeschlämmt in Wasser oder Fruchtsaft. Die Telefonnummern der regionalen Giftnotrufzentralen finden Sie im Internet, zum Beispiel beim Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR).

Bei Schnupfen und Husten

Nasensprays für Kinder mit abschwellender Wirkung befreien Nase und Nebenhöhlen und bringen schnell Linderung. Verschnupften Babys erleichtern sie das Atmen und Trinken. Sie sollten grundsätzlich aber nur kurzfristig angewendet werden. Halten Sie in Ihrer Hausapotheke für Kinder besser ein Nasenspray mit natürlichen Salzen wie Emser Salz bereit, und probieren Sie es zunächst damit. Entsprechende Präparate befeuchten die Schleimhäute, was als wohltuend empfunden wird.

Es gibt Hustensaft für Kinder, der das Abhusten erleichtert, sowie Arzneien, die den Hustenreiz nehmen. Für die Nacht kann das angenehm sein. In der Apotheke bekommen Sie auch Zusätze zum Inhalieren sowie Balsam zum Einreiben auf Hals und Brust. Wenden Sie solche Mittel bei Babys gar nicht, bei Kleinkindern nur nach Rücksprache mit dem Arzt an. Die ätherischen Öle können für sie lebensbedrohlich sein. Bevor Sie Ihr Kind selbst behandeln, denken Sie daran: Ist ein umfassender Impfschutz nicht gewährleistet, kann das Fieber auch ein Anzeichen für eine Infektionserkrankung sein, beispielsweise Masern. Zu spät behandelt, kann sie schwerwiegende oder gar tödliche Folgen haben. Deshalb bei Unsicherheit besser umgehend den Arzt konsultieren.

Außerdem nützlich:

  • Antihistamin-Gel gegen Sonnenbrand und Insektenstiche
  • Desinfektionsmittel
  • Einmalhandschuhe
  • Kühlkompressen
  • Wundspray
  • Zeckenkarte
  • Zahnrettungsbox

Oft helfen homöopathische Mittel schnell und sanft: zum Beispiel Arnica bei Prellungen und Verletzungen oder Apis bei Insektenstichen. Lassen Sie sich am besten in Ihrer Apotheke beraten, in welcher Potenz und wie häufig Sie die Globuli verabreichen sollten.

Quelle: Wort und Bild Verlag
Bild: Getty/OjoImages/SamEdwards

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